2-Leitungsverteiler-1

Zweileitungsanlagen

Zweileitungsanlagen mit zwei Hauptleitungen ( Zweileitungsanlagen ) sind für Fette und Öle geeignet und werden vorzugsweise für Fette bis NLGI Klasse 2, Fließfette NLGI Klasse 000,00 und hochviskose Öle eingesetzt.Sie werden üblicherweise als Verbrauchsschmieranlagen für intermittierenden Betrieb konzipiert und bestehen im wesentlichen aus:

  • einer motorgetriebenen Pumpe mit Schmierstoffbehälter
  • Zweileitungsverteilern
  • Umsteuerventil
  • Steuergerät
  • zwei Hauptleitungen mit den entsprechenden Schmierstellenleitungen und Armaturen

Dieses Schema zeigt den Aufbau einer Zweileitungs-Zentralschmieranlage, wie es für größere Anlagen kennzeichnend ist.

  • Es sind Parallel- und Reihenschaltungen kombiniert dargestellt

Für das Ansteuern der beiden Hauptleitungen ist ein 4/2 Wege-Umsteuerventil vorgesehen, das bei dem einstellbaren Druckpunkt ( zwischen 20 und 150 bar ) die schmierstoffführende Leitung mit der druckentlasteten selbsttätig wechselt. Alternativ kann bei Einsatz von Öl ein 4/2 Wege-Magnetventil in Verbindung mit zwei Druckschaltern – am äußeren Ende der Anlage installiert – als Umsteuerventil vorgesehen werden. Diese Anordnung ist für ausgedehnte Schmieranlagen mit sehr langen Hauptleitungen empfehlenswert. Das 4/2 Wege-Magnetventil steuert erst dann um, wenn am äußeren Ende der Anlage der Solldruck erreicht ist.

Der Anschluß von Einleitungsverteilern und die Unterverteilung der Fördermengen einzelner oder zusammengefaßter Auslässe von Zweileitungsverteilern ist technisch möglich. Einleitungsverteiler werden an eine der beiden Hauptleitungen angeschlossen. Sie müssen für den vorgesehenen Schmierstoff geeignet sei; das ist im allgemeinen nur für Öle und Fließfette der Fall. Progressivverteiler können auch in Zweileitungsanlagen eingesetzt werden, wenn diese mit Fett betrieben werden. Der Anschluß erfolgt nur an Verteilerauslässen. Wichtig: Der Einleitungsverteiler braucht die Entlastung der Hauptleitung ( wie sie in Zweileitungsanlagen üblich ist ), der Progressivverteiler arbeitet ohne Entlastung.

Zweileitunhgsanlagen montiert von Mohr Zentralschmierung

Zweileitungsanlagen

Für den Betrieb von Zweileitungsanlagen sind zwei Hauptleitungen erforderlich – in Gegensatz zu den anderen Zentralschmieranlagen.
Beide Hauptleitungen zusammen werden auch als ein Strang bezeichnet.
Wichtige Einsatzgebiete für Zweileitungsanlagen ( Verbrauchsschmieranlagen ) sind:
•    Kokereien, Hüttenwerke, Stranggussanlagen, Warm- und Kaltwalzwerke
•    Braunkohlentagebau, Untertagebau, Kohlekraftwerke
•    Zuckerfabriken, Schiffskräne

Zweileitungsanlagen sind
•    vielseitig einsetzbar
•    für Anlagen mit großer Ausdehnung ( bis 100 mtr. Hauptrohrleitung )
•    für Anlagen mit mehr als 1000 Schmierstellen
•    für raue Betriebsbedingungen
•    für Einsatztemperaturen von -25⁰ C bis +80⁰C
•    für Öle , Fließfette und Fette bis NLGI Klasse 3 ( für Öle mit einer Betriebsviskosität  >50 mm²/s )
•    die Verteilerdosierungen sind in einem weiten Bereich von 0 bis 5 cm³/Hub stufenlos einstellbar.
•    die Anpassung an den erforderlichen Schmierstoffbedarf ist leicht möglich
•    die Verteilerfunktion ist optisch und elektrisch überwachbar.
•    das Hinzufügen und Entfernen von Verteilern ist auch nachträglich leicht möglich
•    die Anlagendrücke betragen bis zu 40 MPa
•    die Planung der Anlagen ist relativ leicht
Alle Komponenten müssen für die hohen Drücke ausgeführt werden.
Zweileitungsanlagen sind daher meist sehr aufwendig und kostenintensiv.

Aufbau
In Zweileitungsanlagen sind die Zweileitungsverteiler stets an zwei Hauptleitungen angeschlossen. Jede Verteilerebene hat zwei voneinander getrennte Schmierstoffauslässe, die je Schmierzyklus die gleiche Fördermenge abgeben. Je nach Druckbeaufschlagung der Hauptleitung gibt  jeweils ein Auslass je Verteilerebene Schmierstoff an die Schmierstelle ab. Beide Verteilerauslässe können durch inneres Crossporting zu einem Auslass zusammengefasst werden.
Die Zweileitungsverteiler können in der Anlage parallel oder in Reihe eingebaut werden. Der Aufbau einer einsträngigen  Zweileitungsanlage ist in der Abbildung 26 dargestellt.
Der Aufbau einer zweisträngigen Zweileitungsanlage ist in Abbildung 27 zu entnehmen

Hydraulik Schema einer einsträngigen ZweileitungsanlagenHydraulik Schema einer zweisträngigen Zweileitungsanlagen

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Pumpen können z.B.
•    pneumatisch oder hydraulisch betätigte Kolbenpumpen
•    motorgetriebene Pumpenaggregate eingesetzt.

Funktion
Die Pumpe fördert den Schmierstoff über ein Umsteuerventil z.B. zunächst so lange in der Hauptleitung 1, bis sich in dieser Leitung der erforderliche Druck zur Betätigung des Steuer- und Dosierkolbens im Zweileitungsverteiler aufgebaut hat und der Schmierstoff zur Schmierstelle ausgeschoben ist. Die Hauptleitung 2 wird über das Umsteuerventil zum Schmierstoffbehälter druckentlastet.
Danach erfolgt in der Hauptleitung ein weiterer Druckaufbau, bis sich am Differnzdruckschalter am Ende der Hauptleitung eine Druckdifferenz von z.B. 5 MPa zwischen der Hauptleitung 1 und der Hauptleitung 2 einstellt.
Beim Erreichen des Differenzdruckes erfolgt ein Signal an die Steuerung. Über die Steuerung wird das Umsteuerventil betätigt, das die Hauptleitung 1 mit dem Schmierstoffbehälter ( druckentlastet ) und die Hauptleitung 2 direkt mit dem Pumpenauslass verbindet. Die Pumpe fördert nun den Schmierstoff in die Hauptleitung 2, bis sich in dieser Leitung der erforderliche Druck zur Betätigung der Verteiler und des Differenzdruckschalters aufgebaut hat.
Mit der erneuten Rückmeldung des Differenzdruckschalters an das Steuergerät ist ein Schmiertakt ( Vollzyklus ) beendet.
Anschließend erfolgt die Pausenzeit bis zur Auslösung des erneuten Schmiertakes durch das Steuergerät.